AKTIVITÄTEN & AKTUELLES


2019


Donnerstag, 21. März: Nachfahren von Überlebenden des Erzinger Konzentrationslagers erzählen

 

Unter dem Motto „..in den KZ von Deutschland ist Europa entstanden“ erzählen die Kinder von Ben Hemmer (1907-1979) und Louis de Gunsch (1912 – 1979), die im KZ-Außenlager Erzinger einsaßen, über ihre Väter, deren Schicksal in Erzingen und welche Lehren sie aus dieser Zeit gezogen hatten. Die Gesprächsrunde findet am 21. März, 19.00 Uhr, im Foyer der Balinger Zehntschauer (Neue Str. 59) statt. Immo Opfermann aus Schömberg, der Kontakte zu Nachkommen ehemaliger KZ-Häftlinge unterhält, wird den Abend mit einführenden Worten eröffnen. Annie Ankoné-Hemmer, Ida Hemmer und Ben Hemmer verbinden die Reise nach Balingen mit einem Besuch des ehemaligen „Wüste“-Werks in Erzingen. Für Richard de Gunsch und seine Frau Robby Ghekiere wird es nach 2017 der zweite Besuch in Balingen werden. Ben Hemmer, ein Landwirt aus dem niederländischen Geesteren, hatte nach der Besetzung seiner Heimat durch die Wehrmacht abgestürzten amerikanischen Fliegern bei der Flucht geholfen und wurde denunziert. Nach mehreren Stationen in Gefängnissen und Konzentrationslagern kam er im Juni 1944 schließlich ins KZ-Außenlager Erzingen. Als Blockältester der holländischen Häftlinge in Erzingen setzte er sich für seine Mithäftlinge ein und trug zu einem menschlicheren Klima im KZ-Außenlager bei.

Der Postmitarbeiter Louis de Gunsch war nach der Besetzung seines Landes durch die deutsche Wehrmacht Mitbegründer einer belgischen Widerstandgruppe. Er wurde verraten und durchlief, bevor er nach Erzingen kam, mehrere Lager, unter anderem das KZ Mauthausen.

Bernard Hemmer, Tuscheportrait 1944 (Quelle: Stadtarchiv Balingen)
Bernard Hemmer, Tuscheportrait 1944 (Quelle: Stadtarchiv Balingen)

Sonntag, 7. Juli: Fahrrad-Halbtagesexkursion

 

Dr. Michael Walther: Auf den Spuren des Unternehmens „Wüste“ in Erzingen und Dormettingen (zusammen mit der Heimatkundlichen Vereinigung Zollernalb e.V.)

 

10.00 Uhr, Treffpunkt Gedenkstelen Erlenstraße in Balingen-Erzingen, Teilnahme frei

 

 

 

 

Stelen auf dem Geischberg bei Erzingen (Foto: Petra Penz)
Stelen auf dem Geischberg bei Erzingen (Foto: Petra Penz)

Mittwoch, 13. November: Vortrag

 

Dr. Christian Bollacher, Dr. Barbara Hausmair (Landesamt für Denkmalpflege): Relikte des Unternehmens Wüste – Bodenprospektionen (zusammen mit der Heimatkundlichen Vereinigung Zollernalb e.V.)

 

20.00 Uhr, Balingen, Zehntscheuer, Neue Straße 59, 

Eintritt frei

 

 

 

Transformatorenstation "Wüste"-Werk 3 (Foto: Stadtarchiv Balingen)
Transformatorenstation "Wüste"-Werk 3 (Foto: Stadtarchiv Balingen)

Neueste Veröffentlichungen

Volker Mall: Athen - Hailfingen - Stetten bei Haigerloch - Balingen. Griechische Zwangsarbeiter auf dem Militärflugplatz Hailfingen. In: Heimatkundliche Blätter Zollernalb. 65 (2018), S. 2100f. und 2106f.

 

Michael Walther: Schieferölprojekt und Unternehmen "Wüste" - Polykratisches Kompetenzchaos oder flexibles Netzwerk? In: Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte. 53/54 (2017/18), S. 295 - 373.