Erinnerung


Unternehmen „Wüste“: Stele steht bereits.

Einweihung am Sonntag in Frommern nahe des Schiefersees / Erinnerung an Nazi-Projekt

Zur Erinnerung an das Unternehmen „Wüste“, für das am Ende des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter im Raum Balingen eingesetzt waren und zahlreiche davon zu Tode kamen, wird am kommenden Sonntag, 22. Juni, Gedenkstelen in Frommern eingeweiht. 

 

Auftakt der Veranstaltung, die auf eine Initiative des Arbeitskreises „Wüste“ zurückgeht, ist am Sonntagvormittag um 11 Uhr am Schiefersee in Frommern. Die Stelen dort werden von der Heimatkundlichen Vereinigung Zollernalb gestiftet.

 

Neben dessen Vorsitzenden Dr. Andreas Zekorn sind Oberbürgermeister Helmut Reitemann und der Frommerner Ortsvorsteher Hans Uhl bei der Übergabe dabei. Zudem wird Immo Opfermann vom Arbeitskreis „Wüste“ einen Vortrag zum Thema halten. Gefertigt wurden die Stelenpaare von der BTM Bauteam Mössingen GmbH.

 

Die Stelen stellen einen stilisierten Häftling dar. Die Vorlage dazu haben Mitglieder des Arbeitskreises „Wüste“ erarbeitet. Außer den Stelen werden Tafeln angebracht, die über das Unternehmen „Wüste“ informieren.

 

(Text: Steffen Maier: Schwarzwälder Bote v. 17.6.2014)

 

 

Mitarbeiter des Balinger Bauhofs und Stadtarchivar Dr. Hans Schimpf-Reinhardt bei der Aufstellung der Frommerner Stelenpaare (Foto: AK „Wüste“ Balingen)
Mitarbeiter des Balinger Bauhofs und Stadtarchivar Dr. Hans Schimpf-Reinhardt bei der Aufstellung der Frommerner Stelenpaare (Foto: AK „Wüste“ Balingen)


Orte der Erinnerung erwachen

In Engstlatt und Erzingen werden die „Wüste“-Stelenpaare eingeweiht

Thomas Schmitz von der GK Werbetechnik brachte zusammen mit Immo Opfermann vom Arbeitskreis „Wüste“ und Stadtarchivar Dr. Hans Schimpf-Reinhardt die Informationstafeln an die Erinnerungsstelen an. Die Denkmäler sind nun fertig. 

 

Die drei Stelenpaare in Engstlatt und Erzingen werden am Sonntag, 3. Mai, eingeweiht. Sie stehen an den Stellen in Balingen, an denen in der letzten Kriegsphase, ab Juli 1944, die deutsche Regierung und die SS Ölschieferwerke bauen ließ. Erst 70 Jahre nach deren Auflösung werden Passanten und Anwohner nun mit Stelen auf die geschichtsträchtigen Balinger Orte aufmerksam gemacht. Überreste der Werke du Konzentrationslager sind nur noch spärlich zu finden. Dan der Luftaufnahmen an den Tafeln lassen sich die Anlagen räumlich genau einordnen.

 

Der Arbeitskreis „Wüste“ lädt am Sonntag alle Interessierten zur öffentlichen Übergabe ein. Start ist um 11.30 Uhr in Erzingen in der Erlenstraße. Oberbürgermeister Helmut Reitemann und Ortsvorsteher Manfred Sautter werden vor Ort sein. Immo Opfermann vom Arbeitskreis „Wüste“ hält einen Vortrag zum Thema, anschließend werden die Stelen übergeben. Es spielt der Musikverein Erzingen. Um 15 Uhr geht es dann in Engstlatt weiter. Zu den Stelen gelangt man über die Riedgasse und die dortige Bahnunterführung. Auch hier werden Oberbürgermeister Reitemann und Ortsvorsteher Klaus Jetter die Gäste begrüßen, Immo Opfermann einen Vortrag halten und die Stelen übergeben. Die musikalische Umrahmung übernimmt der Musikverein Engstlatt. 

 

(Text und Foto: Lydia Wania, Zollernalbkurier v. 29.4.2015)

 

Stadtarchivar Dr. Hans Schimpf-Reinhardt (von links), Immo Opfermann vom Arbeitskreis „Wüste“ und Thomas Schmitz von GK Werbetechnik brachten gestern gemeinsam die Informationstafeln in Engstlatt an. (Foto: Lydia Wania)
Stadtarchivar Dr. Hans Schimpf-Reinhardt (von links), Immo Opfermann vom Arbeitskreis „Wüste“ und Thomas Schmitz von GK Werbetechnik brachten gestern gemeinsam die Informationstafeln in Engstlatt an. (Foto: Lydia Wania)


Zeitungsartikel

Zollernalbkurier, 27.10.2012
Zollernalbkurier, 27.10.2012

Zollernalbkurier, 24.05.2014
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Schwarzwälder Bote, 10.05.2014
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